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Ray-Tracing unterscheidet sich grundschlich von den besprochenden Shading-Verfahren. 1963 ging der IBM-Forscher Appel bei der Konzeption von der strahlenfrmigen Natur des Lichtes aus. Ray-Tracing, also die Lichtstahlenverfolgung ist die vordergrndige Idee dieser Methode.
Der Grundgedanke ist bemerkenswert einfach: Die von einer Lichtquelle ausstrmenden unendlich vielen Lichtstrahlen werden von Objekten in unserer Realitt reflektiert und gebrochen, bis einige wenige das Auge des Betrachters (oder beim Fotoapparat die Linse) erreichen und somit das Bild seiner Umgebung projizieren . Beim Ray-Tracing verluft dieses Verfahren umgekehrt. Da nicht unendlich viele Strahlen einer Lichtquelle in einer Berechnung verfolgt werden knnen, werden nur genau die Strahlen betrachtet, die das Auge des Beobachters oder eine gedachte Kamera erreichen. Dies wird mglich, indem man Strahlen vom Auge des Betrachters in die Objektwelt aussendet. Fr jeden Pixel auf dem Bildschirm wird ein "Lichtstrahl" vom Auge des Betrachters auf den Bildschirm und dann auf ein Objekt der Szene geworfen, auf das der Strahl zuerst trifft. Der auftreffende Strahl wird von der Oberflche reflektiert, bzw. gebrochen. Der Lichtstrahl wird weiter in die Szene geworfen und verfolgt, bis er auf eine Lichtquelle trifft oder die Szene gnzlich verl§t. Bei jedem Treffer wird die Primr-Intensitt an der Oberflchenstelle ermittelt. Nach Verlassen der Szene werden rckwrts Farbe und Intensitt an allen Knotenpunkten auf den Oberflchen von sichtbaren Krpern berechnet. Der Strahlenverlauf ist einer binren Baumstruktur vergleichbar. Jeder Ast entspricht dem Reflexions- und Brechnungsanteil. Jedem Knotenpunkt ist zustzlich die direkte Intensittskomponente (Primr-Intensitt) hinzugefgt. Je lnger der zu durchlaufende Weg ist, um so gr§er ist die Abschwchung der Intensitt.
Treffen Strahlungen verschiedener Wellenlngen auf einen Krper, so erscheint die Oberflche farbig.Die Farbtheorie unterscheidet Krperfarben und Lichtfarben. Lichtfarben entstehen durch additive Farbmischung der Primrfarben (Basisfarben) Rot, Grn und Blau, Krperfarben durch subtraktive Farbmischung der Primrfarben Gelb, Mangentarot und Cyanblau. In der Computergrafik wird die additive Farbmischung (Lichtfarben) angewendet. Um nun die Farben einer Oberflche bestimmen zu knnen, mu§ ihre Intensitt ermittelt werden. Hier unterscheidet man eine direkte und eine indirekte Hauptkomponente:
Die erste Komponente bercksichtigt die direkten Lichtquellen. Sie umfa§t die ambiente Grundintensitt, die Primr-Intensitten der diffusen Reflexion der einfallenden Stahlen aller Lichtquellen und die Primrintensitt der Spiegelungsreflexion.
Die zweite Komponente betrifft die Vorkrper und insbesondere die Sekundr-Intensitt des Anteils der Reflexioin des ankommenden Sehstrahls und die Sekundr-Intensitt des Brechungsanteils des "durch" den Krper ankommenden Strahls.

Ray-Tracing ist ein sehr zeitaufwendiges Verfahren, welches je nach Computer und Komplexitt bis zu einigen Tagen zur Bildberechnung bentigen kann. Es eignet sich hervorragend zur Simulation von spiegelnden Reflexionen, obwohl diese nur einen geringen Anteil (etwa 10%) in unserer wirklichen Welt haben. Trotzdem ist es eine sehr leistungsstarke Technik, weil sie nachbildet, wie Licht physikalisch mit den Objekten einer Szene zusammenwirkt. Bei bestimmten Szenenzusammenstellungen ist man in der Lage unglaublich realistische Bilder zu erzeugen.
© A. Menzel, created: 15.1.96, modified:15.1.96