FHTW-Berlin, Universität Linz
Viel später gewohnten sich die Menschen an Geld als abstraktes Tauschmittel, dessen materieller Wert in den Hintergrund getreten ist. Noch zu Beginn dieses Jahrhunderts war die Akzeptanz von Papiergeld anscheinend an das Versprechen einer staatlich gelenkten Zentralbank gebunden, gegen Vorlage des Geldscheines jederzeit den Wert in barem Gold zu ersetzen.
Geld aus heutiger Sicht beruht auf Vertrauen und ausreichende Akzeptanz. Die Staatsmacht versucht Ihren Beitrag zur garantierten Annahmepflicht zu leisten und bedient sich verschiedener Schutz- und Regelmechanismen um die Wertschätzung des Geldes zu erhalten.
Der Wert des Geldes beschränkt sich auf die Aussage, die den Banknoten oder Münzen aufgeprägt ist.
Die Idee des digitalen Geldes ist jedoch, Schritt 2 der oben zitierten Vertrauensbasis auszulassen und auf die allgemeine Akzeptantz des digitalen Geldes zu hoffen. Aus Informatiksicht heißt dies, einen Teil des Inhaltes einer Datei bzw. einen Datensatz (auf dem Datenträger) einer Bank in die Datei eines Konsumenten oder Unternehmens (auf deren Datenträger) zu übertragen, mit der Konsequenz, daß somit auch Konsumenten und Unternehmen untereinander die Datensätze als immaterielles Geld (digitales Geld) austauschen können.
Je nach informationstechnischer Realisierung handelt es sichdabei um:
Laut Pressebericht "Die Zeit", 1. Dez. 95, Seite 29, arbeitet das Geldinstitut Marc-Twain-Bank bereits mit einer Variante digitalen Geldes.
"Bei der letzten nationalökonomischen Tagung der Österreichischen
Nationalbank hat es genau zu diesem Thema Referate gegeben.
Der Tenor war: klar wird das Geld digitalisiert, dem nähern wir uns in
Riesenschritten, aber, so die Tendenz, Direktzahlungen ohne Bank als
'Depotstelle'usw. (Dokumentation usw.) wird es nicht gehen. Ohne eine
bankartige Instanz werde die Geldmenge unkontrollierbar und gehe das
Vertrauen verloren, wie Du es als wesentlich nennst.
Man könnte überlegen, ob man den Umtausch "Ware oder Dienstleistung" gegen ein Abstraktum und den Rücktausch vom Abstraktum in andere Waren und Dienstleistungen als Zwischenschritt überhaupt noch brauchen wird, sobald die digitale Vernetzung imstande sein wird, lauter vollständige Märkte zu schaffen, in denen sich alle Anbote und Nachfragen stets treffen können und ein Waren-plus-Dienstleistungs-Börsen-Computer immer Tauschrelationen ausrechnen könnte, die die Maerkte räumen. Aber praktisch kann ich es mir doch nicht vorstellen, wie das funktionieren wird: Ich gebe für Februar ein, daß ich zum Friseur will, 3 kg Fleisch essen, eine Pedicureuse besuchen plus Ansprüche auf Grundstücke in den Bermudas usw. will und biete als Gegenleistung zwei Aufsätze über Tschechien an - und der Computer druckt mir dann aus, dass ich alldas haben kann."
Geld ist die perfekteste kollektive Abstraktion
Doch Zeitpunkt, Art und Umfang, Geber und Empfänger zukünftiger oder vergangener Leistungen sind im Augenblick des Tausches Geld gegen Ware ungewiß, man könnte behaupten sie sind ein nicht akzeptiertes Thema.Geld ist Information
Länst vor dem CyberRush, dem Run auf Internet und virtuelle Realitäten, wurde z.B. immaterielles Geld als Buchgeld zwischen den Konten verschiedener Banken transferiert. Damit war der letzte Schritt in der Treppe Abstraktionsniveaus des Geldes, dessen Entmaterialisierung bereits vollzogen. (Buch)Geld auf dem Konto einer Bank beschränkt sich auf die Information über
Solange das Vertrauen auf:
gegeben ist, ist der ungestörte Geld-Warenkreislauf gesichert.
Digitales Geld
Geld in form von Datensätzen auf elektronischen Datenträgern ist nichts prinzipiell neues. Doch bisher blieb die digitale Form des Geldes weitetsgehend in der Organisationsmacht der Banken. Selbst der bereits zur Alltagskultur aufgestiegene Geldausgabe-Automat (Bankomat) vollzieht nicht mehr als der Angestellte am Schalter. Er wandelt die elektronisch gespeicherte Information in materielles Geld um. Nach Überprüfung der Verfügungsberechtigung und Bonität wird Geld ausgegeben. Diese Form sieht nicht vor, daß Geld als reine Information in den Wirtschaftskreislauf (Unternehmen und Haushalte) kommt.dedizierte Spechermedien
z.B. Smart-Card des englischen Mondex Systems oder die mit Chip ausgestattete ec-Bankomatkarte vieler österreichischer Geldinstitute. Die Weitergabe des elektronischen Geldes ist nicht mehr an Handlungen der Banken gebunden, wohl aber an die Verfügbarkeit des Datenträgers. In diesem Zusammenhang wird auch von einer Offline-Lösung gesprochen.
Online Lösungen
hingegen perfektionieren den digitalen Geldumlauf. Unabhängig von der Art der Speicherung und des elektronischen Transportes, wird Geld als reiner digitaler Code generiert und in weiterer Folge ohne Kontrolle des Bankensystems weitergegeben.
Das derart gewonnene Geld kann seinen Weg durch die Computernetze antreten und als allgemein anerkanntes Zahlungsmittel dienen. Dieses Geld gilt als besonders fälschungssicher, denn bei jedem Zahlungsvorgang kann die Echtheit des Geldes an der Datenbank der Notenbank überprüft werden.Digitalgeldmenge
Noch ist die Kette des Digitalgeldes der Wirtschaft (Unternehmen und Haushalte) mit dem Digitalgeld der Banken und dieses wiederum mit dem Digitalgeld der Noten- oder Zentralbankenbanken fest aneinader gebunden. Doch zahlreiche Erfindungen "aus der Not heraus" (z.B. regionales Notgeld) oder gesellschaftspolitischer Alternativhaltung (z.B. Leistungsgutscheine) zeigen die Neigung der Menschen zum "Privatgeld". Digitales Privatgeld ist wesentlich leichter organisierbar, produzierbar und scützbar als materielles Privatgeld.Gastkommentar
Dr. Josef Pöschl, vom Wiener Intstitut für internationale Wirtschaftsvergleiche kommentiert das Thema Digitales Geld wie folgt:Internetzitate
Aufgrund der momentanen Überlasung des Internets, nicht überprüfte, weitere Zitate zum Thema: