NewMedia FHTW-Berlin, Universität Linz

Analoges Video

Die Umsetzung des Schalldruckes von akustischen Signalen in ein elektrisches Signal ist insofern einfach, als die stetig ändernden Werte des Schalldruckes ein sich stetig anpassendes elektrisches Signal erzeugen. Ein eindimensionales Ereignis wird auf ein eindimensionales Signal abgebildet.

Das Problem der analogen Videoaufzeichnung ist, ein zweidimensionales Bild auf ein eindimensionales elektrisches Singal abzubilden.

Die Zeilenabtastung

Das zweidimensionale Bild wird in Zeilen zerlegt. Zeile für Zeile wird das Bild abgetastet. Das elektrische Signal ändert sich ständig, den Grau- bzw. Farbwerten des Bildes entsprechend.

Die Anzahl der Zeilen ist dabei ein für die Auflösung des Bildes bestimmender Faktor. Bei der in Europa üblichen Fernsehnorm wird das Bild in 625 Linien zerlegt, die aber wegen sogen. "Schwebungseffekten" nicht voll ausgenutzt werden.

Berückstichtigt man das Verhältnis Breite zu Höhe von 4:3 in der europäischen Fernsehnorm, so entspricht die Auflösung rein rechnerisch 833 x 625 Bildpunkten.

Das Bewegtbild

Die visuelle Wahrnehmung ist eine der eindrucksvollsten Leistungen des Sehsystems, insbesondere der damit beschäftigten Teile des Gehirns. Das Erkennen von Bewegungen, besonders der Bewegung im Raum ist ohne parallele Verarbeitung der Reize durch die Nevenzellen nicht denkbar (mehr dazu in D. Regan, K. Beverly, M. Cynaer "Die Wahrnehmung von Bewegung im Raum" in Spektrum der Wissenschaft 1986.

Trotz, oder gerade wegen des - ohne Technik - entwickelten visuellen Wahrnehmungsvermögens des Menschen, läßt sich der Eindruck der Bewegung leicht durch kurzzeitg nacheinander dargestellte Bilder künstlich erzeugen. Ab 16 Bildern pro Sekunde wird der Eindruck des kontinuierlichen Bewegungsablaufes erzeugt. Während beim Kinofilm 24 Bilder pro Sekunde projiziert werden, benutzt die europäische Fernsehnorm einen Bildwechsel von 25 Bildern pro Sekunde. Beide erzielen damit einen allgemein akzeptierten Standard von "Bewegtbildern"

Neben der Erzeugung des Bewegungsablaufes ist jedoch noch das Speicherverhaltendes Auges zu berücksichtigen. Werden Bilder z.B. auf Kathodenstrahlröhren dargestellt, so entsteht bei zu geringer Bildwiederholfreqzenz (Minimum 50 Hz) ein Flimmereffekt. Dieser Flimmereffekt wäre zwar durch eine längere Nachleuchtdauer auszugleichen, doch fürht dieser wiederum zu unerwünschten Schattenbildungen bei Bewegungen (bei Passivmatrixdisplays deutlich zu beobachten)

Je schneller also die Bilder erneuert werden, desto flimmerfreier wird das Bild empfunden. Für die Ausgabe auf Computermonitoren wird heute ein Minimum von 70 Hz angesetzt.

Das Halbbildverfahren

Für die Fernsehtechnik wurde u.a. zur Vermeidung des Flimmereffektes die Halbbilttechnik entwickelt. Zuerst wird das erste Halbbild -bestehend aus den ungeradzahligen Linien - dargestellt, dann das zweite Halbbild, bestehend aus den geradzahligen. Damit wird eine Bildwiederholfrequenz von 50 Hz erreicht. Diese Technik der Darstellung von Bildern wird auch als interlaced oder Zeilensprungverfahren bezeichnet.

Bild links
abwechseln
dargestellt
mit Bild
rechts
ergibt
für
das Auge


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